Ein feste Burg

Vom 26. Juli bis 11. August 2017 im Rathaus von Marburg

Ausstellung der Fotogruppe Blaue Linse Marburg

Einladungskarte

Besprechung in der Oberhessischen Presse


vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522

Gerade als seine Kutsche nahe der Burg Altenstein bei Coburg vorbeirumpelt, preschen Reiter heran, bewaffnete Männer, ihre Armbrüste drohend erhoben. Brutal zerren sie Luther aus seiner Kutsche und eilen mit ihm davon. Der Überfall aber ist eine Finte. Die Reiter sind Mannen von Friedrich dem Weisen, Sachsens Kurfürst; die Entführung sein Plan. Er bietet dem gefallenen Mönch seinen Schutz. Fast den ganzen Tag reitet der Trupp Umwege, um Verfolger abzuschütteln. Erst abends, gegen 23 Uhr, erreichen sie ihr Ziel: die Wartburg, Luthers Zufluchtsort. Der Geächtete ist gerettet.

 

Auf der Wartburg trägt er einen neuen Namen: Luther heißt jetzt  Junker Jörg.

Und natürlich ist er seinem Fürsten dankbar für die Errettung, aber er hasst die freiwillige Gefangenschaft. Das Leben in der Anonymität. Seine dunkle, kleine Stube, oben, im Nordteil der Burg. Ständig plagen ihn Verstopfungen. Und Zweifel. Die vor allem. Was, wenn er Unrecht hat? Wenn seine Lehre ein Irrglaube ist?

„Ein feste Burg“, die er später in dem von ihm verfassten Kirchenlied besingt, kann ihm nur sein Gott sein.

Frontispiz der Lutherbibel

Luther stürzt sich in die Arbeit und übersetzt das Neue Testament. Nicht in irgendeinen Dialekt, sondern ins sächsische Kanzleideutsch, das viele verstehen in diesem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gigantischen Ausmaßes. Aber auch Wörter aus der Alltagssprache der Menschen pickt er auf, schließlich ist es eine Bibel fürs Volk, für Bauern und Bergleute.

 

 

Angaben zu den Quellen

 

Die ausgestellten Bilder:

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